Tokenisierte Wertpapiere: Warum Cash on-Chain entscheidend ist

Tokenisierte Wertpapiere bewegen sich zunehmend von Experimenten hin zur praktischen Umsetzung. In Episode 5 von Inside Digital Assets spricht Lidia Kurt mit Markus Fehn, Head of Strategy & Innovation bei Chartered Investment, über konkrete Anwendungsfälle, operative Vorteile und warum Cash on-Chain ein zentraler Baustein ist, um Tokenisierung skalierbar zu machen.
Das Gespräch zeigt, wie sich klassische Strukturierung und Emission mit tokenisierten Workflows verbinden lassen und welche Themen den Markt derzeit besonders prägen.
Inhalt der Episode:
Markus Fehn erklärt, wie Chartered Investment professionelle Kunden beim Strukturieren und Emittieren von Anlageprodukten unterstützt – sowohl in traditioneller Form als auch in tokenisierter Form – entlang von drei Kernbereichen:
- Aktiv gemanagte Produkte
- Real-World-Asset-Produkte (weniger liquide Underlyings)
- Klassische strukturierte Notes (Kombination aus Anleihe und Option)
Zwei zentrale Treiber der Tokenisierung stehen im Fokus:
- Effizienz über den gesamten Lifecycle: Vereinfachung von Emission, Verwaltung, Settlement, Accounting und Reporting.
- Zugang und Distribution: Grössere Marktreichweite und neue Distributionskanäle über die Zeit.
Praxisbeispiele: Gold, Immobilien und Fonds
Die Episode bleibt nicht theoretisch, sondern diskutiert konkrete Projekte:
Physisch besichertes tokenisiertes Gold („Green Gold“)
Ein zentrales Beispiel ist ein Gold-Produkt, das durch physisches Gold in der Schweiz besichert ist und zusätzliche ESG-Merkmale aufweist. Das Gespräch zeigt, wie sich ein solcher Ansatz zwischen klassischen Gold-Trackern und Krypto-Asset-Konstrukten positionieren lässt – mit dem Ziel eines regulierten Setups und klarer Lifecycle-Steuerung.
Tokenisierte Immobilien-Debt-Strukturen
Chartered Investment sieht eine steigende Nachfrage aus dem Immobiliensektor, vor allem über tokenisierte Schuld-/Debt-Formate. Im Vordergrund steht dabei weniger „ein Token um des Tokens willen“, sondern eine nahtlose Investor-Experience und effizientere Prozesse.
Tokenisierte Investmentfonds on-chain
Über tokenisierte Geldmarktfonds hinaus fragen Asset Manager zunehmend, wie sich breitere Anlagestrategien robust und compliants-technisch konform on-chain abbilden lassen.
Kernthema: Cash on-Chain und regulierte Stablecoins (EMT)
Ein wiederkehrender Punkt ist Cash on-Chain. Markus Fehn erläutert, dass frühe Tokenisierungsprojekte konzeptionell stark waren, operativ jedoch limitiert blieben, solange es kein Settlement-Geld on-chain gab.
Hier kommen regulierte Stablecoins ins Spiel, insbesondere Electronic Money Tokens (EMTs) unter MiCA. Der Mehrwert ist nicht nur schnelleres Settlement, sondern auch Programmierbarkeit: Zahlungsflüsse wie Couponzahlungen, Dividenden und Settlement-Logik können über den gesamten Produkt-Lifecycle automatisiert und regelbasiert durchgesetzt werden.
Was Skalierung aktuell noch bremst
Die Episode benennt zwei zentrale Hürden:
- Rechtliche Fragmentierung: Unterschiedliche nationale Rahmenwerke erschweren die grenzüberschreitende Skalierung, insbesondere bei Emission und Listing tokenisierter Instrumente.
- Marktstandards: Neben technischen Standards braucht es abgestimmte Konventionen – Datenfelder, Token-Logik, Interoperabilität sowie juristische Standardisierung, um Doppelarbeit zu reduzieren und Verlässlichkeit zu erhöhen.
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Aktuelles von BX Digital
BX Digital Podcast «Insides Digital Assets» mit Christoph Hock von Union Investment über digitale Assets, Tokenisierung, Marktinfrastruktur, Settlement und den Kapitalmarkt der Zukunft.
Thomas Eichenberger von Sygnum über Digital Assets, Regulierung und Marktinfrastruktur.